am peinlichsten war der eklige Rülpser. Der hat gerülpst, als wäre er ein Bauarbeiter nach dem 6. Bier

Arg, echt arg.
Er hatte ja immer Freiflug in unserer Wohnung, in den Käfig ging er nur um zu schlafen, oder wenn mein Schrank offen war, schlief er auf meiner Unterwäsche. Wir saßen gerade beim Mittagstisch, ein schönes Glas Wein dazu - und irgendwann setzte sich der Vogel aufs Weinglas und trank den Wein. Als ich ihn weg nehmen wollte, wurde er aggressiv und zwickte mich - und setzte sich wieder aufs Glas um weiter zu trinken. Am Tisch hatte er immer seinen eigenen Teller, weil er sonst in die Teller hüpfte und alles verschlang, was ihm gerade passte. Also machte ich für ihn einen Miniteller, und zerkleinerte Alles so fein, dass er das Selbe wie wir essen konnte. Er hatte auch seinen eigenen Platz am Tisch. Einmal hatten wir Besuch und da sollte halt der Vogel ein wenig zur Seite rücken. Denkste: der hat seinen Platz mit Bissen und fauchen und knurren verteidigt, sodass der Gast, dem der Platz zugeteilt war, panisch vor dem Vogel flüchtete



An Essen durfte ich nichts herum liegen lassen, das fraß alles mein Vogel, angefangen vom Butter (der sofort nach dem Verzehr relativ unverdaut hinten wieder raus kommt) bis hin zur Cremeschnitte. Es war schon arg, echt.....
Aber die Begrüßung war auch lieb, mit "hallo Mama - bussi" exakt die Stimme von Julia imitierend

Oder wenn ihm was zu laut wurde, sagte er: jetzt reichts - und da imitierte er meine Stimme

Fernsehen ging gar nicht, er übertönte Alles, entweder mit singen oder mit seinem scharfen Pfiff. Da war er nicht mehr der Mittelpunkt, und er wusste sich zu wehren, glaub mir. Aber manchmal vor dem Einschlafen hörte ich ihn (seine Stimme) wie er Gitarre spielte, genauso falsch und ungeübt wie ich

Ja, einerseits schade dass ich ihn nicht behalten konnte, andererseits würden bei dem schrillen Pfiff selbst die Fische aus dem Becken springen

Hilde