Hallo!
Heute fragte mich meine 3-jährige Tochter am Heimweg:
"Fahren wir jetzt nach Hause zu Shiba?" - "Shiba" war unsere Hündin, die vor etwa einem Jahr eingeschläfert werden mußte. Ich erklärte der Kleinen: "Ja, aber du weißt doch: Shiba ist über den Wolken." Sie konterte: "
Ja, aber dort ist sie ja nicht krank und auch nicht tot. Deshalb ist sie jetzt auch daheim." Komplizierte Sache - also nochmal: "Ja, die Shiba ist dort nicht krank. Aber sie ist auch nicht daheim bei uns, weil sie über den Wolken ist."
" Ja, und dort ist sie auch nicht tot." "Hmm, naja, sie ist dort zumindest in einem anderen Leben." Damit war sie erst einmal zufrieden - mal sehen, wann das Thema wiederkommt.
Damals - nach Shibas Tod - hatten wir der Kleinen nämlich erklärt, daß die Hündin nun im Himmel über den Wolken sei und zu ihr herunter schaut. Das war damals für sie eine zufriedenstellende, plausible Erklärung, und für sie war Shiba so auch immer irgendwie mit von der Partie. Dennoch: der erste Schreck ereilte die Kleine, als eines Tages der Himmel komplett wolkenlos war...die damals Zweijährige fing plötzlich im Auto ganz fürchterlich an zu schluchzen:
"Mama, die Wolken sind weg!" Erst kapierte ich gar nicht so recht, was denn so schlimmes an einem sonnigen Tag dran sein soll, aber dann erklärte ich ihr, daß die Wolken nur mal hinter den Bergen auf Urlaub sind und dann schon wiederkommen. Unsere Tochter war dann ein wenig beruhigter, denn für so einen kompletten Abschied war sie noch nicht reif...und offenbar ist der Tod auch heute noch nicht faßbar für sie. Sie spielt zwar immer vermeintliche Sterbeszenen aus Zeichentrickfilmen nach, die sie mit einem
"Oh, du lebst ja noch." ganz dramatisch umrahmt, aber, daß ein Haustier nach dem Tod nicht wieder kommen kann, das kapiert sie noch nicht. Irgendwie tröstlich, wenn ich ihr zuhöre, wie sie Shiba immer noch als ein
präsentes Familienmitglied beschreibt.
Wie erklärt ihr Kindern, wenn ein Haustier verstirbt - seid ihr schon mal in dieser Situation gewesen?
LG
Irene