Hy!
Ja, die Sache mit den tätowierten Fischen hat in der europäischen Aquaristik große Wogen der Ablehnung hervorgerufen. Europa tickt da in vielem anders als die Asiaten und auch vielfach anders als die Amerikaner.
Das mit dem Fische tätowieren ist ja schon länger Thema, generell das künstliche Einfärben - der VDA ist diesbezüglich recht aktiv um solchen Trends entgegenzuwirken:
Qualzuchten bei Aquarienfischen
Inzwischen gibt es auch bereits hormonell eingefärbte Cichliden...nach wenigen Wochen sehen die dann wieder komplett langweilig aus. Auch bei Garnelen wird ein ähnliches Farbtuning betriebn, v.a. bei "blauen" Garnelen muß man vorsichtig sein. Es ist mir nicht bekannt, wie sie die Tierchen einfärben, aber Bernd Kaufmann berichtete mal darüber, daß der Nachwucs davon bereits wieder eine sehr unscheinbare Farbe hat.
In punkto Qualzuchten muß man - meiner Ansicht nach - aber vorsichtig sein, da wir nur schwer beurteilen können, ab welcher Normabweichung sich ein Fisch tatsächlich quält. Meiner Erfahrung nach können Hochzuchtgoldfische mit Kopfbewuchs durchaus lebhafte, muntere Gesellen sein, die in ihrem Verhalten eigentlich nicht eingeschränkt sind - schon seit Jahrhunderten ist ihr Körperbau durch Zuchtauslese an Aquarienbedingungen angepaßt. Natürlich sind sie etwas empfindlicher als die Normalforum und ein Halter muß sich dessen bewußt sein und die Haltungsbedingungen an diese Fische anpassen.
Bei Papageienbuntbarschen hängt es vermutich vom Grad der Deformation ab, ob sie gehandicapped sind oder nicht. Abgesehen davon, daß die männlichen Papageienbuntbarsche anscheinend unfruchtbar sind, habe ich schon öfter Tiere dieser Hybridzüchtung gesehen, die durchaus sehr wendig und aktiv durchs Aquarium geschwommen sind und anderen Cichliden in Durchsetzungsvermögen auch in nichts nachstanden...allerdings kommen auch immer wieder ganz schwer deformierte Tiere zur Welt, für die ihr Dasein durchaus eine Qual zu sein scheint.
LG
Irene