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Nachzucht und Aufzucht von Kardinalfischen
  #1 (permalink)  
Alt 23.09.2008, 22:40
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steibk86
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Lächeln Nachzucht und Aufzucht von Kardinalfischen

In diesem kurzen Artikel möchte ich euch ein paar meiner Erfahrungen zur erfolgreichen - darüber hinaus recht einfachen, das schicke ich gleich vorweg - Nachzucht von Kardinalfischen weitergeben.

Der Kardinalfisch (Tanichthys albonubes) ist ein sehr beliebter Aquarienfisch, der in fast jeder Zoofachhandlung mit Aquarienbereich gefunden werden kann und generell auch nicht teuer ist. Er ähnelt auf den ersten Blick vor allem mit dem markanten Mittelstreifen dem (Roten) Neon, ist aber insgesamt dunkler und stellt etwas andere Ansprüche. Auch Kardinalfische sind aber alles andere als schwer zu halten und diese überaus schönen Fische nehmen ein paar kleine Fehler oder Nachlässigkeiten nicht gleich allzu übel. Die Tiere können eine Größe von ca. vier cm erreichen.

Generell wird empfohlen, die Temperatur für den Kardinalfisch gemäß seiner Herkunft (Region um Hong Kong) etwas niedriger zu halten, einen etwaigen Temperaturanstieg im Sommer vertragen sie aber auch ohne Probleme. Es wäre aber trotzdem sinnvoll, das Becken mit einem kleinen Ventilator zu kühlen, wenn es mal wärmer wird, oder überhaupt offen ohne Abdeckung zu betreiben - aber Achtung: die Fische springen hoch, wenn sie erschreckt werden oder sich unwohl fühlen!!
Je nach Haltungsbedingungen variieren sie übrigens sehr in der Färbung. Es gibt inzwischen auch die Schleierform (als Zuchtform) und andere, meinem Eindruck nach aber ohne große Unterschiede im Verhalten, zumindest bei der Schleierform kann ich das sagen. Beide Formen - die "normalen" und die Schleierschwank-Kardinäle - lassen sich auch ohne weiteres kreuzen.

Wer mehr zu der Art selber wissen will, wird z.b. unter folgendem Link fündig: Der Kardinalfisch, Tanichthys albonubes Lin, 1932

Ich will jetzt aber ein bisschen was zur Zucht selbst erzählen:

Zur Zucht nimmt man besten ein Männchen sowie ein Weibchen oder auch ein Männchen mit mehreren Weibchen, größere Gruppen gehen ebenfalls und sind vielleicht sogar produktiver. Die Geschlechter kann man mit etwas Übung meist recht problemlos unterscheiden - generell erkennt man Weibchen vor allem am größeren weißen Bauchbereich. Oft auch durch das Verhalten der Männchen, die um ein Weibchen streiten und dabei die Flossen aufstellen und unbeweglich im Wasser "stehend" vibrieren (sieht toll aus!).

Das Zuchtbecken - man kommt kaum um ein extra Becken oder einen separaten Behälter herum - muss nicht besonders groß sein und der Boden sollte möglichst mit Javamoos o. ä. bedeckt sein. Kardinalfische sind am besten wie in ihrem Herkunftsort mit einiger Strömung und möglichst verkrautet zu halten. Die Tiere nutzen das Moss (o.ä.) als Laichsubstrat, sie stellen den Eiern nur wenig nach - anders als z.b. Celestichthys margaritatus (Perlhuhnbärbling, erst seit kurzem eingeführt), der ein ziemlicher Laichräuber ist.
Um den Stress der Fische etwas zu minimieren, kann und sollte man das Becken abdunkeln. Auch sollte man das Zuchtbecken abdecken, damit die Tiere nicht herausspringen, wenn der Wasserstand recht hoch ist!! Zur Filterung bzw. Belüftung reicht auch ein normaler Ausströmerstein, der nicht zu schwach eingestellt sein sollte.

Kardinalfische laichen am Morgen ab, es ist fast garantiert, dass das Männchen sich eines (oder mehrere) der Weibchen aussucht. Um sie anzuregen, sollte man sie in der Zeit vor dem Umsetzen und iim Zuchtbecken mit besonderem Augenmerk füttern, am besten auch mit schwarzen Mückenlarven (lebend oder gefroren) und in ausreichender Menge.
Wichtig erscheint mir auch, dass das Ablaichbecken möglichst frei von Schnecken und anderen Tieren sein sollte, damit diese nicht den Laich fressen. Auch Garnelen sollte man erst ins Becken geben - sie helfen beim "Saubermachen", da sie den Fischkot und Essensreste fressen - wenn die Larven geschlüpftt sind. Auch Schnecken sind da sehr gut geeignet! Aber eben erst, wenn sie Jungen aus den Eiern geschlüpft sind.

Nach 48 Stunden oder wahlweise auch drei Tagen kann man die Tiere wieder aus dem Ablaichbecken herausnehmen und muss dann einfach mal warten. Die Elterntiere dürfen nicht im selben Becken wie die Jungfische/Larven bleiben, da sie sie fast sicher fressen würden. Zumindest tun das meine recht gerne! Die Eier selber sind sehr schwer zu entdecken, mir zumindest ist es noch nie gelungen.

Nach einigen Tagen ist es dann soweit, wenn alles geklappt hat: Kleine Striche mit zwei schwarzen Augen bewegen sich im oberen Bereich des Wassers oder kleben noch (mit Dottersack) an den Scheiben.
Jetzt mal keine Panik, die erste Zeit ernähren sich die Kleinen noch von dem Dottersack, den sie mitbekommen haben!
Dann aber sollte man so bald wie möglich mit der ersten Fütterung beginnen und von da an so oft wie möglich, auch fünf- oder sechsmal am Tag schadet nicht. (in geringen Mengen natürlich, sonst kippt das Wasser!) Man sollte im Idealfall gleichzeitig zum Ansetzen der Elterntiere oder noch davor einen Heuaufguss ansetzen, um dort Infusorien zu züchten. Dasselbe geht auch mit Bananenschalen. Auch geeignet zum Füttern in der Anfangszeit sind Essigälchen - überleben lange im Süßwasser - sowie Mikrowürmchen. Auch feines Staubfutter (oder fein zerriebenes Flockenfutter) geht, allerdings belastet das das Wasser stärker und wird nicht so gerne wie lebendes Futter genommen. Geht aber auch! Auch nehme ich hin und wieder gerne "NovoFluid" her, fein zerriebene Artemien in einer Flüssiglösung und nicht besonders teuer. Nach den ersten Tagen als "Freischwimmer" packen die Kleinen auch frischgeschlüpfte Artemien.

Ich würd sagen, man sollte auch in diesem Alter schon ein bisschen Abwechslung auf den Speiseplan bringen, das schadet den jungen Kardinälchen sicher nicht - und man beobachtet ja ohnehin selbst, was sie fressen und was eher nicht. Man muss auch dazusagen, dass die Jungfische auch im Javamoss eine Menge Tierchen finden, die ihnen die erste Zeit einen zusätzlichen Futtervorrat bieten. Und: sie wachsen nicht alle gleich schnell, haben also u. U. auch unterschiedliche Ansprüche an die Futtergröße.
Es können wirklich eine ganze Menge Jungen schlüpfen! Oft sind auch Nachzügler dabei, die bis zu einigen Tagen erst nach den anderen schlüpfen können.

Wichitg ist die Beckenhygiene, wenn viel gefüttert wird! Es sollte täglich der Bodengrund abgesaugt werden und so ein Wasserwechsel von ca. einem Drittel des Beckenvolumens durchgeführt werden.

Nach einer Woche, zehn Tagen oder auch später - je nach Fütterung vor allem, sicher auch von der Temperatur abhängig - tritt eine merkliche Veränderung bei den Kleinen ein: die vormals "farblosen Stricherl" legen an Größe zu und bekommen dann langsam Farbe. Es beginnt mit einem leichten Schillern vom Mittelstreifen her, etwas später bekommen auch die Flossen Farbe und der Mittelstreifen bekommt eine immer intensivere Farbe. Und bald schauen die Jungen dann genauso aus wie ihre Eltern - nur in Miniatur. Mit ca. einem Monat - je nach Größe! - können die Jungtiere dann zu ihren Eltern zurück ins Becken gesetzt werden, ohne dass sie von ihnen gefressen werden oder sie ihnen allzu sehr nachstellen (am Anfang immer ein bisschen). Lieber etwas länger warten als zu früh umsetzen, würd ich sagen! Auf diese Weise kann man relativ schnell seinen eigenen Bestand erhöhen oder "überzählige" Fische auch an befreundete Aquarianer usw. abgeben.

Leider ist meine Kamera nicht wirklich geeignet, um scharfe Fotos von den Fischen zu schießen - deshalb hier ein Link zu einem anderen Zuchtbericht, der auch einige super Fotos dabeihat - danke, Leo!
Zierfischforum.at - Zierfisch und Aquarium

Also viel Spaß beim Selberprobieren :-)
Liebe Grüße, Stefan

Geändert von Astrid (25.09.2008 um 09:00 Uhr).
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Alt 24.09.2008, 20:03
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Hy Stefan!

Ein toller Bericht - ganz herzlichen Dank dafür.
Mit eierlegenden Fischen hatte ich bis dato noch nie Nachzuchterfolge...vermutlich fehlt mir dazu auch die nötige Gewissenhaftigkeit und das Engagement. Aber die Aufzucht lebendgebärender Arten macht mir auch recht viel Freude und das ist nicht ganz so heikel auch mit dem Aufzuchtfutter - da nehme ich meist handelsübliches Jungfisch-Trockenfutter.

LG
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  #3 (permalink)  
Alt 25.09.2008, 09:03
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Hallo!

Ich glaube , dass ich das viell. auch noch irgendwann probiere. Habe ja noch ein 12l Becken herumstehen. Bei lebendgebärenden ist es ja relativ leicht. Mein separiertes Schwertträgerweibchen hat jetzt auch um die 20 Mini-Fische geworfen die ich in einem Aufzuchtnetz habe. Das funktioniert eigentlich immer ganz gut. Zum fressen kriegen sie bei mir dementsprechend kleines Granulat.

LG Astrid

@Stefan: also werde ich sicher in geraumer Zeit wieder Schwertträger für dich haben
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Alt 29.09.2008, 00:58
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Bei mir warens auch die ersten eierlegenden Fische, ich war aber ganz happy, dass es eigentlich gleich mal geklappt hat! Habs davor mit den Galaxys probiert gehabt, das hat aber leider (noch) nicht hingehauen, könnt nicht sicher sagen, warum. Die Kardinäle sind halt super, weil sie sehr leicht ablaichen, viele Eier abgeben und außerdem flott wachesen. Dauert gerade mal fünf, sechs Monate, bis sie (fast) ausgewachsen sind. Mit dem Futter ists aber eigentlich auch nicht so heikel, es gibt halt sicher wie immer ganz viele Möglichkeiten, aber ich weiß auch von einem Bekannten, dass es selbst dann klappt, wenn man von Anfang an nur ganz feines Flockenfutter füttert! Werden vermutlich weniger durchkommen, aber einige Jungfische bekommt man damit sicher auch groß. Außerdem finden die Fische in einem eingelaufenen Becken mit Moos eigentlich sowieso immer irgendwas zum Fressen, auch wenn das auf Dauer wahrscheinlich nicht genug ist. Freut mich, dass euch der Bericht gefällt! :-) Lg, Stefan PS: Wenn du wieder mal Schwertträger zum Abgeben hast, sehr gern!
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Alt 29.09.2008, 21:40
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@stefan:

also ich hab jetzt wieder so an die 30 junge Schwertträger. Sind im Moment noch sehr sehr klein (1 Woche alt). Wenn selbst welche davon aufziehen willst, dann kann ich dir bei Bedarf jederzeit welche geben :-)
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