Seit heute sind wir offiziell Schlangenbesitzer.
Ich hatte in letzter Zeit öfter mal einen jungen Königspython zuhause zur Wochenendbetreuung, da das Tier zweimal täglich eine Augensalbe benötigt, weil es die Brille (Hornschuppe über dem Auge) bereits mehrfach nicht mitgehäutet hat. Leider wissen weder ich noch der Tierarzt was der genaue Grund dafür ist, vermutlich aber ein Mangel an Vitamin A. Das ist das Problem, wenn man keine Informationen darüber hat, woher ein Tier stammt und welche Vorgeschichte es hat.
Jedenfalls hat sich mein Freund in die Schlange verliebt und, weil sie ihm leid tat (eine blinde Schlange findet ja keinen Käufer) haben wir sie nun aufgenommen.
Gottseidank hatte mein Nachbar noch ein altes Terrarium herumstehen, das er mir bis auf weiteres geliehen hat und so hatte ich auch kaum Investitionskosten für den neuen Pflegling. Ich hoffe sehr, daß sie irgendwann wieder sehen kann und, daß sie wieder ganz auf den Damm kommt. Ich muß auch erst einmal schauen, ob sie aufgewärmte Frostmäuse annimmt, denn seit das Tier in diesem Zustand ist, mußten wir es bereits zweimal zwangsfüttern, da es ja derzeit keine lebende Beute mehr fangen kann. Falls jemand also Tipps haben sollte, wie man am besten eine blinde Schlange füttert, wäre ich froh.
Jetzt soll sie sich aber erst einmal einleben, bis zur nächsten Fütterung ist noch Zeit. Davor steht sicherlich aber noch ein weiterer Tierarztbesuch an...
Irene Dir kann man ein Herz für Tiere nicht absprechen Aber die Schlange ist wirklich wunderschön. Ich habe nicht so den Hang zu Reptilien, obwohl sie mir sehr gut gefallen. Aber zur Fütterung: normalerweise entwickelt sie ja doch einen ganz eigenen Geruchssinn wenn sie nicht mehr sieht und sie sollte die Beute auch so erlegen können. Aber tatsächlich habe ich keine Ahnung Bei Frostfutter denke ich halt, dass der Jagdtrieb und Instinkt erst gar nicht entsteht und sie deshalb nicht frisst. Andererseits - der Schlange eine Stunde lang eine lebende Maus vor das Maul halten ist auch Tierquälerei..... Ich halte Dir die Daumen, dass das mit den Augen wieder wird und spätestens beim nächsten "Häuten" auch die Problemzone mit geht.
Viel Glück
Hilde
Die Olivenölgeschichte bei Astrids Gecko war ja ein Provisorium, weil sie ja keine geeignete Salbe hatte und die Stelle direkt an der Schnauze war.
Für die Schlange habe ich bereits zwei passende Augensalben vom Tierarzt, eine antibakterielle und eine mit Vitamin A.
Üblicherweise gibt es die Möglichkeit, daß man die nicht mitgehäutete Hornschuppe/Brille durch Bäder, Salben und vorsichtiges Abreiben ganz gut wegbekommt. Allerdings sinkt die Chance mit jeder weiteren Häutung, da es immer mehr Schichten werden.
Bei unserem Python wissen wir ja weder woher das Tier ursprünglich kommt, noch welche Vorerkrankungen u.U. vorliegen.
Der Tierarzt hat bereits versucht Teile der Brille zu entfernen, aber die Sache erweist sich als sehr schwierig und er hat daher auch wenig Erfolg gehabt.
Im Augenblick ist meine größte Sorge, ob ich das Tier ans Futter bekomme - ich glaube, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, hat es einmal selbst gefressen bevor es eine Kundin erworben hat. Einige Tage später kam sie wieder in den Laden um das tier zu retournieren und da hatte das Tier die Häutung hinter sich bei der es erstmals die Brille nicht mitgehäutet hatte. Blöderweise hat die Kundin nichts unternommen um die Brille mit einer Salbe geschmeidig zu halten und so ist das ganze über die Tage, in denen sie bei ihr war, recht zäh geworden. Wir starteten dann mit den Augensalbenbehandlungen und dennoch kam es zu zwei weiteren Häutungen ohne Brillenhäutung.
Blöderweise stellte die Schlange dadurch auch das Fressen ein und im Geschäftsbetrieb hat man ja auch nicht so die Ruhe und Zeit um da lange herumzuprobieren. Um einen weiteren körperlichen Abbau bei dem Tier zu verhindern haben wir sie zweimal zwangsernährt und Vitamine verabreicht.
Jetzt, wo ich sie daheim habe, hoffe ich auf baldigen Kotabsatz, den ich dann zum Tierarzt zur Untersuchung bringen kann - das eröffnet hoffentlich weitere Informationen über den Gesamtzustand des Tieres. Jetzt hat sie ihr eigenes Terrarium und scheint sich auch recht wohl zu fühlen - mal liegt sie unterm Wärmespot und genießt die "Sonne", dann hängt sie wieder einmal auf einem Ast oder liegt in ihrem Versteck.
Mal sehen - der gestrige Harnabsatz (in Form eines Harnsteines) war gottseidank unauffällig. Jetzt sollte hoffentlich in den nächsten Tagen auch ein Kotabsatz erfolgen und nächste Woche möchte ich erstmals versuchen, ob ich sie an angewärmte Frostmäuse ranbekomme.
Wenn sich bei der nächsten Häutung immer noch keine Besserung einstellt, muß ich vielleicht einmal mit der Tierklinik in München Kontakt aufnehmen.
Heute gabs nochmal Rücksprache mit dem Arzt - einstweilen heißt es weiter Augensalbe schmieren und abwarten.
Heute hat die Schlange gottseidank aus freien Stücken eine aufgewärmte Frostmaus gefuttert, nun dürfte es bald auch Kotabsatz für eine Untersuchung geben. Dann sehen wir, ob Endoparasiten vorliegen oder nicht, die womöglich eine Mangelerscheinung hervorgerufen haben könnten, die wiederum zu dem Häutungsproblem geführt haben könnten.
wär schon eine tolle Sache, wenn ihr rausbekommt, woran es wirklich liegt...
Na, wenn sie jetzt schon ohne Zwangsernährung Futter nimmt, kann das nur was Gutes heißen. Vielleicht gehts bei der nächsten Fütterung nochmals ein Stück besser?